Neues Buch erschienen
Resonanzen.
Anthologie der Wolfgangsee Literaturtage.
Sigrid Kohl, Tina Strauss (Hg.)
Ersterscheinung 08 2008, Seitenzahl: 192, Einband: Softcover
ISBN 978-3-902157-50-8, Preis: € 13,00Mehr dazu hier
Internationale Wolfgangsee Literaturtage (gegr. 1999)
Jährliches Treffen internationaler Autor/inn/en am Wolfgangsee
Resonanzen.
Anthologie der Wolfgangsee Literaturtage.
Sigrid Kohl, Tina Strauss (Hg.)
Ersterscheinung 08 2008, Seitenzahl: 192, Einband: Softcover
ISBN 978-3-902157-50-8, Preis: € 13,00„Was begehrst du? Das, was du täglich siehst...“ aus: „Das Schweigen der Lämmer“
Dieser Satz hat mich, nachdem ich den Film gesehen hatte, noch längere Zeit begleitet. Mit ihm habe ich eine Erklärungsbasis für die Aussage und den Erfolg der Pop-Art gefunden, vornehmlich für den Sinninhalt der Warhol-Bild-Montagen wie zum Beispiel die der Campells Suppendosen....
Es ist aber keine Zufälligkeit, daß ich heute bei einem Spaziergang durch Strobl wieder auf diesen Satz zurückgekommen bin.
Mensch möchte meinen, daß sich gerade am Land in kleineren Dorfgemeinschaften eine andere Jugendkultur entwickelt als das in Städten der Fall ist. Schon alleine deshalb, weil die Säkularisierung in der Stadt viel stärker zu spüren ist und sich Neuheiten, ob es jetzt Mode betrifft, Musik oder Technik aufgrund der hohen Abnehmerdichte einfach viel schneller verbreiten und zum Kult gemacht oder dem Leben als kulturelle Errungenschaft beigefügt werden können. Ich bin mir nicht sicher, ob mich die Basketball-Körbe über einigen Garageneinfahrten wirklich überrascht haben, ich habe sie hier eigentlich nicht vermutet, aber sie haben mir einen Moment zu denken gegeben, bis ich für mich selbst herausfinden konnte, woher mir dieses Bild so bekannt vorkommt. Es stammt aus den amerikanischen Vorabendserien und Filmen, die auch im österreichischen Fernsehen landesweit ausgestrahlt werden. Womit wieder einmal bewiesen ist, daß fernsehen nicht nur schädlich sondern auch beeinflussend ist und ganze Kulturen verändert hat und verändern wird. Vielleicht kennen Sie die abfällige Bemerkung, jemand hätte „zu viele schlechte amerikanische Filme“ gesehen? Da stellt sich mir doch gleich die Frage wie denn ein Klischee zum Klischee wird....
Aber die lasse ich jetzt lieber im Raum stehen und stelle eine andere: Sind wir uns eigentlich noch bewusst, wie viel wir aus einem Medium wie Fernsehen eigentlich übernehmen? und noch eine: Betrifft das alle unsere Lebensbereiche????
Ich stelle mir dabei vor, wie jemand nach dem Muster von “Reich und Schön“ einen Beziehung wahlweise retten oder beenden will oder einen Geschäftsabschluß verhindern bzw. fördern. Wir dürfen die Printmedien ja nicht vernachlässigen, weil DAS gäbe sicher eine wertvolle Schlagzeile für jede Zeitung.
In Wien würden sich Basketballkörbe aufgrund der hohen Baudichte kaum verbreiten können, es sei denn in den Vorstädten - in der Peripherie von Wien aber ist die Baukultur einem solchen Acessoir kaum zuträglich und somit konnte sich diese Idee auch wenig verbreiten - was es aber in den letzten 3 Jahren verstärkt gegeben hat, sind öffentliche Ballspielplätze und zu den Fußballkäfigen in diversen Parks haben sich nun auch Basketballplätze hinzugesellt.
Somit hat sich für mich herausgestellt, daß im ländlichen wie im großstädtischen Siedlungsraum mehr und mehr Amerikanismen Einzug halten und weiter Einzug halten werden und sich zu einem Verständnis von österreichischer Kultur nahtlos hinzufügen und es ist auf jeden Fall ersichtlich, daß sich verschiedene Aspekte an verschiedenen Orten in sich verschiedener Intensität verbreiten.
Wien ist anders. Strobl auch.