Neues Buch erschienen
Resonanzen.
Anthologie der Wolfgangsee Literaturtage.
Sigrid Kohl, Tina Strauss (Hg.)
Ersterscheinung 08 2008, Seitenzahl: 192, Einband: Softcover
ISBN 978-3-902157-50-8, Preis: € 13,00Mehr dazu hier
Internationale Wolfgangsee Literaturtage (gegr. 1999)
Jährliches Treffen internationaler Autor/inn/en am Wolfgangsee
Resonanzen.
Anthologie der Wolfgangsee Literaturtage.
Sigrid Kohl, Tina Strauss (Hg.)
Ersterscheinung 08 2008, Seitenzahl: 192, Einband: Softcover
ISBN 978-3-902157-50-8, Preis: € 13,00Hallo lieber Raimund,
bereite gerade mein slamstück vor und brauchte eine pause, hab ich also ein feedback geschrieben (schon auch im Gedanken, dass es Geldgeber lesen würden) wie schön es war. Dazu höre ich placebo und ulli übt nebenan ihren slamtext. Bin also grad wieder in wien. Hab jetzt nicht geschaut auf grammatik, kannst auch einfach abändern um geld zu kriegen. Wollt Dich noch fragen, ob Du mir mal das theaterbuch von Euer Edition schickst an:
Werner Rohner Eichbühlstrasse 6 8004 Zürich +41/(0)1/4002458 werohne@hotmail.com
Ja und dann hoff ich das Du auch mal zum schreiben kommst oder zu dem was Dich sowas wie glücklich macht, vielleicht auch dem nobelpreis näher bringt und katzmayer nicht an einem leberschaden gestorben ist.
Lieb grrr
Pst: wegen der bibliothekarin, also ich hab einer einen Text versprochen, aber gleich drei Tage danach geschickt, allerdings nie eine antwort oder bestätigung bekommen. Andererseit bin ich keine frau, tja
zurückfütterung
Es war ein schöner Ort, wunderschön das Bootshaus nur für uns und die Sonne, die Kafeteria wo man sich selbst bedienen kann und das 24 Stunden. Und vor allem drei volle Mahlzeiten am Tag, während einer ganzen Wochen (das hatte ich das letzte Mal, als ich noch bei den Eltern gewohnt hatte). Nicht zu vergessen, ein gemachtes Bett, frische Handtücher und Ruhe. Doch das waren nur Voraussetzungen, ideale Voraussetzungen um es zu präzisieren, aber das wichtigste war die Zeit, die wir hatten, die wir uns nahmen, nehmen konnten auch deshalb, weil wir nichts bezahlen mussten, keine Zusatzkosten für irgendwas. Und natürlich die Menschen, die anderen Autoren und das Publikum an den Lesungen. Es war nicht in erster Linie Zeit, um in Ruhe schreiben zu können, - das müsste länger dauern - sondern Zeit, um zu diskutieren, über das Schreiben, Textkritik in der Gruppe und später auch noch im Privaten. Aber auch über das Schreiben sonst zu sprechen, weshalb man es tut, für wen und was man erreichen will. Wie man es erreichen kann und was es noch braucht, was man vielleicht gar nicht beeinflussen kann, genau das abzuschätzen lernen. Lernen, was man überhaupt alles lernen kann fürs Schreiben. Und natürlich gab es genau so viele verschieden Meinungen wie Menschen da waren. Aber eben auch Annäherung oder Abgrenzungen, die einem halfen. Wissenvermittlung: wie lebe ich vom Schreiben?. Was ist ein Spannungsbogen, was sind allgemeine Regeln und wie gut muss ich sie kennen, bis ich sie brechen kann. Es gibt endlose viele Dinge, die ein Schriftsteller lernen kann und doch nie alles lernen kann und doch sich entwickelt. Es wurden neue Ziele diskutiert und gesteckt. Und doch ebenso wichtig, waren nichtzielorientierte Diskussion, über den Mensch und die Maschinen, über Krieg und Kochtöpfe und Sommersprossen. Über keinen Gott und dafür mehr Welt, über die Nachrichten, die Verbrechen und Rekorde, all die Kleinigkeiten, von wegen Liebe und Krankheit, die kleinen Geheimnisse und grossen Lügen, all das Mitleiden und ob es denn kein Rezept gibt, dafür, gegen die Nebenwirkungen. Über das alles und das Nichts darin und so und so weiter. - Das wird jetzt nicht direkt von Nutzen sein, aber vielleicht wird sich noch etwas daraus entwickeln, vielleicht hat sich auch schon das eine oder andere in einen Text eingeschlichen, und vielleicht war es einfach nur schön, die grauen Zellen angestrengt zu haben und eine farbigere Welt erfunden zu haben, vielleicht auch dunkler, vielleicht war es auch nur die Rechtfertigung für ein weiteres Glas Wein und vielleicht war es nur eine Ausrede, um sich nicht zurückzuziehen und zu schreiben, wie wir es eh schon das ganze Jahr über tun. Vielleicht ist es die Möglichkeit für Stubenhocker rauszukommen, vielleicht sogar Freude daran zu haben. Keinen Preis zu gewinnen, aber Preis zu geben, und dann zu merken, dass es vielleicht eh schon andere wussten oder ahnten, glaubten oder spürten oder wie man etwas wahrnimmt oder gibt.
Würde das Ganze noch länger dauern, könnte man nicht nur über das Schreiben reden, sondern auch selbst schreiben, keinen Roman, vielleicht eine Kurzgeschichte, ein paar Gedichte, aber vor allem Übungen, um wieder darüber zu diskutieren, um vergleichen zu können, weil man die gleiche Aufgabenstellung hat. Endlich einmal irgendwie werten zu können und dann natürlich wieder sagen: es gibt ganz andere wichtigere Punkte. Aber doch auch einmal Anhaltspunkte haben, Handwerk lernen wie Journalisten, nur eben mit anderen Zielen. Rhythmus lernen, Techniken lernen, Techniken präsentieren und vielleicht sogar neue erfinden und am besten auch noch gleich anwenden.
Würde das ganze ein Zyklus sein, könnte man auch aufbauen, Dinge weglassen, die man gelernt hat und blind anwenden kann; könnte man Dinge ausserhalb dieser Zeit leichter organisieren, könnten man neue Künste dazu aufnehmen, neue Blickwinkel, tote Winkel zum Leben erwecken und abmurksen was hindert, auf dem Papier, natürlich. Man könnte gemeinsam tun, was man eigentlich nur allein tun kann, nämlich schreiben und dann sich und das Schreiben gegenseitig doch so gut zu kennen, um es doch zu versuchen.
Und natürlich geschah bereits einiges von diesem und war ein grosser Erfolg und mindestens so ein grosser Erfolg ist, dass einiges davon noch anhält und weiterentwickelt wurde, auch immer noch gemeinsam, oder allein, in den Monaten seit den Strobler Literaturtagen. Vielen Dank und lieb grrr