Neues Buch erschienen

Resonanzen.

Anthologie der Wolfgangsee Literaturtage.

Sigrid Kohl, Tina Strauss (Hg.)

Ersterscheinung 08 2008, Seitenzahl: 192, Einband: Softcover

ISBN 978-3-902157-50-8, Preis: € 13,00


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2001 Autorenbriefe

Saturday, 23. august 2008 6 23 /08 /Aug. /2008 16:09

Hallo lieber Raimund,

bereite gerade mein slamstück vor und brauchte eine pause, hab ich also ein feedback geschrieben (schon auch im Gedanken, dass es Geldgeber lesen würden) wie schön es war. Dazu höre ich placebo und ulli übt nebenan ihren slamtext. Bin also grad wieder in wien. Hab jetzt nicht geschaut auf grammatik, kannst auch einfach abändern um geld zu kriegen. Wollt Dich noch fragen, ob Du mir mal das theaterbuch von Euer Edition schickst an:

Werner Rohner Eichbühlstrasse 6 8004 Zürich +41/(0)1/4002458 werohne@hotmail.com

Ja und dann hoff ich das Du auch mal zum schreiben kommst oder zu dem was Dich sowas wie glücklich macht, vielleicht auch dem nobelpreis näher bringt und katzmayer nicht an einem leberschaden gestorben ist.

Lieb grrr

Pst: wegen der bibliothekarin, also ich hab einer einen Text versprochen, aber gleich drei Tage danach geschickt, allerdings nie eine antwort oder bestätigung bekommen. Andererseit bin ich keine frau, tja

 

zurückfütterung

Es war ein schöner Ort, wunderschön das Bootshaus nur für uns und die Sonne, die Kafeteria wo man sich selbst bedienen kann und das 24 Stunden. Und vor allem drei volle Mahlzeiten am Tag, während einer ganzen Wochen (das hatte ich das letzte Mal, als ich noch bei den Eltern gewohnt hatte). Nicht zu vergessen, ein gemachtes Bett, frische Handtücher und Ruhe. Doch das waren nur Voraussetzungen, ideale Voraussetzungen um es zu präzisieren, aber das wichtigste war die Zeit, die wir hatten, die wir uns nahmen, nehmen konnten auch deshalb, weil wir nichts bezahlen mussten, keine Zusatzkosten für irgendwas. Und natürlich die Menschen, die anderen Autoren und das Publikum an den Lesungen. Es war nicht in erster Linie Zeit, um in Ruhe schreiben zu können, - das müsste länger dauern - sondern Zeit, um zu diskutieren, über das Schreiben, Textkritik in der Gruppe und später auch noch im Privaten. Aber auch über das Schreiben sonst zu sprechen, weshalb man es tut, für wen und was man erreichen will. Wie man es erreichen kann und was es noch braucht, was man vielleicht gar nicht beeinflussen kann, genau das abzuschätzen lernen. Lernen, was man überhaupt alles lernen kann fürs Schreiben. Und natürlich gab es genau so viele verschieden Meinungen wie Menschen da waren. Aber eben auch Annäherung oder Abgrenzungen, die einem halfen. Wissenvermittlung: wie lebe ich vom Schreiben?. Was ist ein Spannungsbogen, was sind allgemeine Regeln und wie gut muss ich sie kennen, bis ich sie brechen kann. Es gibt endlose viele Dinge, die ein Schriftsteller lernen kann und doch nie alles lernen kann und doch sich entwickelt. Es wurden neue Ziele diskutiert und gesteckt. Und doch ebenso wichtig, waren nichtzielorientierte Diskussion, über den Mensch und die Maschinen, über Krieg und Kochtöpfe und Sommersprossen. Über keinen Gott und dafür mehr Welt, über die Nachrichten, die Verbrechen und Rekorde, all die Kleinigkeiten, von wegen Liebe und Krankheit, die kleinen Geheimnisse und grossen Lügen, all das Mitleiden und ob es denn kein Rezept gibt, dafür, gegen die Nebenwirkungen. Über das alles und das Nichts darin und so und so weiter. - Das wird jetzt nicht direkt von Nutzen sein, aber vielleicht wird sich noch etwas daraus entwickeln, vielleicht hat sich auch schon das eine oder andere in einen Text eingeschlichen, und vielleicht war es einfach nur schön, die grauen Zellen angestrengt zu haben und eine farbigere Welt erfunden zu haben, vielleicht auch dunkler, vielleicht war es auch nur die Rechtfertigung für ein weiteres Glas Wein und vielleicht war es nur eine Ausrede, um sich nicht zurückzuziehen und zu schreiben, wie wir es eh schon das ganze Jahr über tun. Vielleicht ist es die Möglichkeit für Stubenhocker rauszukommen, vielleicht sogar Freude daran zu haben. Keinen Preis zu gewinnen, aber Preis zu geben, und dann zu merken, dass es vielleicht eh schon andere wussten oder ahnten, glaubten oder spürten oder wie man etwas wahrnimmt oder gibt.

Würde das Ganze noch länger dauern, könnte man nicht nur über das Schreiben reden, sondern auch selbst schreiben, keinen Roman, vielleicht eine Kurzgeschichte, ein paar Gedichte, aber vor allem Übungen, um wieder darüber zu diskutieren, um vergleichen zu können, weil man die gleiche Aufgabenstellung hat. Endlich einmal irgendwie werten zu können und dann natürlich wieder sagen: es gibt ganz andere wichtigere Punkte. Aber doch auch einmal Anhaltspunkte haben, Handwerk lernen wie Journalisten, nur eben mit anderen Zielen. Rhythmus lernen, Techniken lernen, Techniken präsentieren und vielleicht sogar neue erfinden und am besten auch noch gleich anwenden.

Würde das ganze ein Zyklus sein, könnte man auch aufbauen, Dinge weglassen, die man gelernt hat und blind anwenden kann; könnte man Dinge ausserhalb dieser Zeit leichter organisieren, könnten man neue Künste dazu aufnehmen, neue Blickwinkel, tote Winkel zum Leben erwecken und abmurksen was hindert, auf dem Papier, natürlich. Man könnte gemeinsam tun, was man eigentlich nur allein tun kann, nämlich schreiben und dann sich und das Schreiben gegenseitig doch so gut zu kennen, um es doch zu versuchen.

Und natürlich geschah bereits einiges von diesem und war ein grosser Erfolg und mindestens so ein grosser Erfolg ist, dass einiges davon noch anhält und weiterentwickelt wurde, auch immer noch gemeinsam, oder allein, in den Monaten seit den Strobler Literaturtagen. Vielen Dank und lieb grrr

von Wolfgangsee Literaturtage - veröffentlicht in: 2001 Autorenbriefe
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Saturday, 23. august 2008 6 23 /08 /Aug. /2008 15:42

Der Übersicht wegen, sollen die Erfahrungen im folgenden punktuell angeführt werden.

Finanzieller Aspekt: Speziell in einem Bereich, in dem

a) eine finanzielle Absicherung der literarisch Tätigen  äußerst unsicher ist;

b) eine Teilnahme an Fortbildung (auch auf künstlerischen Gebiet) meistens mit zum Teil erheblichem finanziellem Aufwand verbunden ist,

muß positiv hervorgehoben werden, daß sämtliche Kosten (Aufenthalt, etc), ausgenommen der Anreise und der Einzelzimmerzuschläge,  von der AG Literatur übernommen werden. Da auch Leute aus anderen Bundesländern und sogar aus der Schweiz teilgenommen hatten und somit  teilweise Anreisekosten in Kauf nehmen mußten, wäre es wünschenswert, gäbe es für diese "Posten" eine budgetäre Möglichkeit.

Fortbildung: In einem sehr umfassenden Sinn wurde Fortbildung geboten. Es wurden textbezogene Inhalte vermittelt (Sprache, Technik etc.). Einen wichtigen Teil stellte die vormittägliche Kritikrunde eigener Texte dar. Der Austausch mit anderen ist äußerst wichtig und stellt einen Lernprozeß nicht nur für das Schreiben sondern auch für erweiterte Sichtweisen anderer Texte dar. Organisationale Fragen, Konzeptionalisierungen bezüglich Vereinsgründungen und praktische Tipps wurden behandelt. Es zeigte sich hier ganz deutlich, daß SchriftstellerInnen keinesfalls dem oft gängigen Vorurteil entsprechen, sie säßen nur im Elfenbeintürmchen. Im Gegenteil, es gibt oft Probleme und Schwierigkeiten im "praktischen" Leben (beispielsweise, wo bekommt man Förderungen, wie verhält man sich im Umgang mit Behörden). Diesem Bereich wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Umfeld: Strobl bietet viele Möglichkeiten, die eigene Kreativität zu beleben und zu zeigen.

a) Keine Übersättigung an Reizen (wie dies nur zu oft in Großstädten passiert und der schriftstellerischen Arbeit durchaus auch abträglich sein kann. Strobl bietet eine Mischung aus Erholungsmöglichkeit (von der Reizüberflutung) und modifizierter Anregung.

b) Kreativität kann sich darin zeigen, daß die Infrastruktur von Strobl für die Literaturtage

"verwendet" werden kann. So wäre eine Verknüpfung zwischen Literatur und Tourismus in diesem Gebiet (Salzkammergut, Salzburg-Stadt) durchaus angebracht.

Weiters bietet sich aber auch die Möglichkeit die EinwohnerInnen der Orte um den Wolfgangsee vermehrt in ein literarisches Geschehen einzubinden. Man kann man die Tätigkeiten der TeilnehmerInnen an den Strobler Literaturtagen durchaus als Bildungsauftrag verstehen. So wurde heuer beispielsweise ein Abend dem Krimiautor Friedrich Glauser gewidmet. Die Aktivitäten müssen nicht ausschließlich auf die Sommermonate beschränkt bleiben.

Weiterführende Projekte: Die Erfahrung mit den anderen TeilnehmerInnen zeigte deutlich, daß für spätere Projekte und eine weitere Zusammenarbeit eine hervorragende Basis gelegt wurde. Hier sei das Stichwort "Netzwerktätigkeit" erwähnt. Es ist wichtig über Kontakte, Informationen usw. zu verfügen. Diese Möglichkeit wurde und wird geboten.

Eine intensive Zusammenarbeit wird sicherlich auch dadurch gefördert, daß konzentriert an einem Platz, Ort gearbeitet wird, wo sich die "Ablenkungsmöglichkeiten" beschränken (siehe dazu obigen Punkt b).

von Wolfgangsee Literaturtage - veröffentlicht in: 2001 Autorenbriefe
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Saturday, 23. august 2008 6 23 /08 /Aug. /2008 15:33

Ich habe heuer zum zweiten Mal an den Strobler Literaturtagen teilgenommen. Vor zwei Jahren war das Thema "Essay-Werkstätte", heuer lautete es "Krimi-Werkstatt" Obwohl beide Projekte - nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Personen (Persönlichkeiten), die daran teilnahmen - doch sehr anders abliefen, empfand ich beide als literarisch, kulturell und auch lebensweltlich aufschlußreich und produktiv.

Literarisch aufschlußreich/produktiv war die diesjährige Werkstatt besonders aufgrund der Möglichkeit nicht nur des Schreibens, sondern auch der Textkritik, die regelmäßig jeden Vormittag angeboten und praktiziert wurde. Positiv, äußerst positiv daran: das intensive Eingehen auf die Texte verbunden mit wirklich sachlicher und - ja ich komme um dieses Wort schon wieder nicht umhin - produktiver Kritik. - Dies eine Tatsache, die wohl auf zwei Faktoren zurückgeführt werden kann: Erstens, war die Auswahl der TeilnehmerInnen für die Werkstätte äußerst glücklich (Gratulation hierzu nochmals an Raimund Kremlicka/Bahr) - und zweitens, erlaubte es die vorgegebene Situation, d. h. Ortwechsel für alle Beteiligten, gemeinsame Unterbringung und Versorgung, daß bei aller - gerade auch künstlerischer - Individualität so etwas wie Gruppendynamik im positivsten Sinn entstand. Es gab die Möglichkeit sich intensiv mit den Texten der anderen (etwa mit den selbst verfaßten oder von ihnen mitgebrachten Lieblingskrimis) zu beschäftigen, sich mit den anderen zu beschäftigen, sich selbst in der Gruppe eine kulturelle Infrastruktur im engeren Sinn zu schaffen. Zu sehen, was man aus einer materiellen Basis bestehend aus: einem Seminarraum, einem Computer (es hätten auch zwei sein dürfen für zehn Leute), sowie zahlreichen Unterlagen zu Kulturarbeit allgemein (von Raimund zur Verfügung gestellt bzw. mit ihm gemeinsam erarbeitet) und etlichen kriminologisch-literarischen Texten im besonderen machen konnte. Und wir machten etwas daraus - nenne man es wie man wolle - Kultur, Kunst, Literatur. Wir setzten in den Räumlichkeiten Ideen um, die irgendwo in der Gegend, in Strobl (Bootshaus, Wald, Wasser, Touristen-Info-Stelle - aber das sind nur meine persönlichen Orte) entstanden waren. Setzten es um in Worte, Texte, Taten - Aktivitäten für die Abendveranstaltungen, wie etwa jenes Spiel mit kriminalistisch-konnotiertem Sprachmaterial, das dann "Ein-Wort-Krimi", "Mini-Krimi", hieß und interaktiv mit dem Publikum umgesetzt wurde - ja Literatur und literarische Veranstaltungen dürfen Spaß machen! - Es schadet nicht, will man/frau andere mit seinem/ihrem Kulturschaffen erreichen. - Diese Reichweite, natürlich war sie nicht nur allein von unseren Lesungen, Krimitext-Sprachspielen abhängig.  - Lebensweltlich interessant, aufschlußreich also auch zu sehen, was möglich war an Kultur mit der kulturellen Infrastruktur im weiteren Sinn, die diese Gegend bot.

Und hier trifft sich mein persönlicher Eindruck wieder mit dem Eindruck, den ich auch von der Werkstätte vor zwei Jahren hatte: Unter lebensweltlich produktiv verstehe ich die Möglichkeit Geschriebenes, Gehörtes, Gelesenes, Wahrgenommenes an einem bestimmten Ort nicht nur in Literatur zu verarbeiten, sondern diese auch an einen bestimmten Ort, Lebensraum weiterzugeben, sie zu vermitteln und so meinerseits Lebensräume kulturell mitzugestalten.

von Wolfgangsee Literaturtage - veröffentlicht in: 2001 Autorenbriefe
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Saturday, 23. august 2008 6 23 /08 /Aug. /2008 15:30

Feedback Strobler Literaturtage

 

Soziale Aspekte

Kennenlernen neuer Menschen, Treffen mit anderen Autoren – damit zusammenhängend Austausch über Aspekte der schriftstellerischen Arbeit, Entdecken von Gemeinschaftlichkeiten und Unterschieden, daraus gewinnend Ideen für neue Arbeitsweisen usw. Neue Kontakte für das eigene Arbeiten. HORIZONT-ERWEITERUNG. Austausch von Informationen, Erfahrungsaustausch insbesonder über Schreiben und das Leben als AutorIn. Auch Querverbindungen zu Wissenschaft, anderen Bereichen des schriftstellerischen Arbeitens. Networking, gemeinsames Nutzen von Energien – Synergie-Effekte. Möglich: Motivationsschübe, Stärkung des Einzelnen durch Rückhalt in Gruppe(n). Ideenfindungen für zukünftige literarische Aktionen.

Herstellen von Öffentlichkeit

Veranstaltungen, Lesungen, Vorträge etc., Aktionen, die allein so nicht oder gar nicht zustande gekommen wären; Gegenseitige Inspiration – Gruppenarbeiten.

Privates / eigenes Arbeiten:

Eine schöne Zeit, entspannt schreiben, sich in Literatur vergraben, ohne immer wieder abgelenkt zu werden von Äußerlichkeiten (sowas wie Labor-Charakter). Ein Wechsel der Umgebung, der wohl künstlerischen Menschen immer gut tut, inspiriert, entspannt, den Kopf frei macht für Neues. Freiheit für eigene Ideen neben einem durchaus ausreichenden Programm.

von Wolfgangsee Literaturtage - veröffentlicht in: 2001 Autorenbriefe
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Saturday, 23. august 2008 6 23 /08 /Aug. /2008 15:25

Lieber raimund,
also endlich:

die woche in strobl war für mich in jeder hinsicht eine spannende und „gewinn“bringende erfahrung. Ganz abgesehen von den wirklich großartigen rahmenbedingungen, hat die ganze konzeption viel raum für austausch, gegenseitige inspiration, kritik und anregung gegeben. die – durch welche auswahl auch immer gelungene – harmonische, aber durchaus sehr heterogene gruppe hat viele unterschiedliche aspekte eingebracht. Schreibende in unterschiedlichen situationen, mit unterschiedlichen beweggründen, aber doch alle mit einer gewissen ernsthaftigkeit und „hingabe“, konnten ihre vorstellungen und erwartungen einbringen, so dass trotz der dichte des programms auch sehr viel raum für spezielle fragestellungen, interessengruppen und sogar kreative rückzüge geblieben ist.

für mich persönlich waren drei dinge sehr wichtig und haben wirklich nachhaltigen eindruck auf mich gemacht:

1) deine erfahrungen, die du so großzügig mit uns geteilt hast. Deine herangehensweise an den literaturbetrieb, die sich für mich durch eine mischung aus respektlosigkeit und kompetenz auszeichnet. Das fand ich nicht nur sehr spannend, sondern auch sehr erfrischend und in deiner schonungslosen desillusionierung trotz allem ermutigend. Ich glaube, dass du dadurch auch sehr stark zu dem solidarischen klima beigetragen hast – das möglicherweise im kreise von weniger erfolg-reichen noch leichter zu schaffen ist, dennoch aber keineswegs selbstverständlich. Ganz praktisch gesehen hat deine so konkrete hilfe bei dem verfassen eines projektantrages für mich einiges ins rollen gebracht. Ich hab gleich nach strobl zwei konzepte geschrieben oder fertig geschrieben und gleich einen finanzplan dazu gemacht, bzw. mich an deinem orientiert. Mit einem projekt bin ich an den literaturveranstalter buch und wein herangetreten (den kontakt habe ich durch felicitas bekommen, also auch ein strobl-effekt) und nun hat unser verein ((laut)) dort eine lesung im januar, das festival soll auch dort stattfinden und ganz nebenbei und für mich natürlich supererfreulich habe ich dort meine erste einzellesung am 22.11.01. danke, kann ich da nur sagen.

2) die morgendlichen kritikrunden, die nicht nur viel spaß gemacht haben. Bei denen man doch auch viel über kriterien, betriebsblindheit und überhaupt über fremd- und eigenwahrnehmung gelernt hat die faire und engagierte diskussion hat glaub ich auch noch dazugeführt, dass die gruppe näher aneinander gerückt ist. es bedarf ja doch einiges an vertrauen auf der einen seite und einfühlungsvermögen uf der anderen seite, konstruktive kritik zu äußern. Ich fands toll. Und es hat mich auch ermutigt, weil abgesehen von dem positiven feedback auch die erfahrung, wie unterschiedlich zehn verschiedene menschen einen text wahrnehmen, dazu führt, dass man der eigenen schreibweise mehr zutraut. Es wird einfach deutlich, es gibt zwar kriterien, aber es gibt auch geschmack, unterschiedliche rezeption, vorurteile, prägungen und was nicht alles. Und letztlich muss man schreiben, was man schreiben will. Klar: gut muss es sein.

3) ganz nebenbei und vielleicht besonders in unserer kleingruppendiskussion ist für mich das thema – und vielleicht schlagwort – politisierung aufgetaucht. Und vielleicht auch entprivatisierung und entindividualisierung. – ich fand es übrigens einfach auch schön, überhaupt mal wieder auf solche weise – vielleicht auch intelektuell – zu reden, themen zu behandeln, die oft gar nicht mehr vorkommen. Nächstes wochenende fahr ich zum international slam nach deutschland (als vertreterin für wien;-) und ich versuch einen politischen text zu schreiben. – auch weil ich am letzten wochenende auf der entwicklungstagung in salzburg war, aber ein bisschen hat mich auch die woche in strobl motiviert. Und auch der gedanke, meine vergangenheit als computerlinguistin mit meiner gegenwart als schriftstellerin zu versöhnen, ist für mich eine herausforderung. Ich würde mir daher gern auch gedanken wegen des themas nächstes jahr machen, sofern es dafür noch nicht zu spät ist.

 

Ja, und sonst. Sonst habe ich spannende und nette menschen kennen gelernt. Mit manchen bleibt vielleicht der kontakt, vielleicht stellen wir auch wirklich noch mal was gemeinsames auf die beine. Hier in wien haben wir uns doch auch schon ein paar mal getroffen und ich glaube, das wird auch weiter so sein. ich hab immerhin einen krimi angefangen, der am wolfgangssee spielt. Die lesungsabende haben spaß gemacht. Ich habe wachtmeister studer näher kennen gelernt, was mich sehr gefreut hat. wie auch die wenn auch nur sehr flüchtige bekanntschaft mit guenther anders. ich durfte auf die berge sehen und habe festgestellt, dass das land zum schreiben gut geeignet ist (war deshalb auch zur weinlese in italien und hab soviel geschrieben wie lange nicht hier in der großstadt). Lese mehr krimis. Ich hab regelmäßig und ziemlich gut gegessen. Fand es schön, dass werner auch dort war und dass wir trotzdem in der gruppe und im thema drin waren und es außerdem noch dazugeführt hat, unser beider diskussion über schreiben und leben zu intensivieren.

 

Überhaupt hat die frage nach dem schreiben und dessen platz im erwerbsleben und im leben überhaupt eine größere präsenz bekommen. Es war schön, dass in strobl platz dafür da war. und es wirkt nach.

Ja, was soll ich da noch sagen. Mehr fällt mir jetzt nicht ein. Nocheinmal einen großen dank für all den aufwand und die vorbereitung und die organisation und die art, wie du es durchführst. Wenn du weniger persönliches und irgendwie formalisiertes feedback brauchst, lass es mich wissen. Dann schreib ich noch mal anders.

Mich haben die tage in strobl in meinem schreiben bestärkt, in meinem selbstbewusstsein gestärkt. Sie haben viel energie freigesetzt und aus einigen konjunktiven indikative werden lassen. das geht jetzt nicht im turbotempo, aber es geht.

Ganz liebe grüße nach strobl, bis hoffentlich bald

Ulli

von Wolfgangsee Literaturtage - veröffentlicht in: 2001 Autorenbriefe
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